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Nähmaschine Juki HZL - DX7

Unsern ersten Treffen

In den letzten Wochen habe ich mir die Nähmaschine HZL- DX7 von Juki ganz genau angeschaut und davon möchte ich dir gerne berichten.
Wenn deine Leidenschaft das Nähen ist und du eine „Allesnäher“-Maschine brauchst, kann ich dir vorab verraten, dass ich dir diese Maschine empfehle. Im folgenden Text erfährst du, warum, wieso und weshalb ich zu der Empfehlung gekommen bin, denn um so eine Empfehlung aussprechen zu können, folge ich beim Testen der Nähmaschine einem einfachen „Prüfschema“. Dieses beleuchtet insbesondere „Anwendung“, „technischen Aufbau“, „Preis und Leistung“.

Let`s go, hangeln wir uns durch die einzelnen Kriterien.

Stiche

Zunächst sehe ich sofort, dass die JUKI HZL-DX7 Maschine nach dem Anschalten wirklich schön ausgeleuchtet ist. Dann fällt direkt ins Auge, dass sie viele Zierstiche hat. Hier muss ich ehrlicherweise betonen, dass die Anzahl der Stiche für mich kein Qualitätsmerkmal ist, sondern eher ein „nice to have“ für Spielereien. Mir ist wichtiger, dass die Grundstiche einwandfrei funktionieren. Aber ich gebe genauso zu, dass ich eine absolute „Schleifchen“ Liebhaberin bin und der Anblick dieses Zierstiches mein Herz höherschlagen lässt. Aber okay, kommen wir zurück zu den harten Fakten.

Einstellungen / Display

Ich teste dicke Stoffe, dünne, elastische und feste, in verschiedenen Stichlängen und Stichbreiten und mit unterschiedlichen Stichen. Die Stiche lassen sich leicht über das Display per Tastendruck anwählen. Jetzt darfst du lachen: Also super easy ist es erst, wenn man verstanden hat, dass man die Zahlen auf jeden Fall zweistellig eingeben muss. Also eine 02, anstatt nur einer 2. Lachmodus off. Wenn du oft dieselben Stiche/Füßchen verwendest wird dir gefallen, dass die Maschine dir im Display anzeigt, welches Füßchen du bei welchem Stich verwenden solltest. Die Stichbreite und Länge lassen sich ganz leicht an zwei Einstell-Rädchen regulieren. Die Maschine ist übersichtlich und leicht verständlich aufgebaut.

Boxtransport

Ein weiteres wichtiges Kriterium für mich ist der Transporteur. Schön finde ich, dass die Maschine überhaupt einen „Boxtransporteur“ hat. Dadurch wird der Stoff sehr leicht, gerade und präzise transportiert. Überrascht hat mich, dass sie das auch wirklich vom Nahtanfang an der Stoffkante bis zum Nahtende tut. Bedeutet: Du kannst wirklich von der Stoff Kante an direkt los nähen, ohne dass sich die Fäden vertucken oder der Stoff gefressen wird. Du kannst wunderschöne Ecken nähen. Das hat mich wirklich beeindruckt. Es ist kein Geheimnis, dass ich normalerweise ein großer Fan eines Schweizer Nähmaschinen-Herstellers bin. Hier muss ich aber sagen, schneidet die Juki um Welten besser ab. Das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Denn genau das sind die 2 Punkte die ich bei anderen Herstellern oft kritisiere. Das von der Kante aus los nähen sowie das automatische Fadenabschneiden.

Fadenabschneider

In der Regel habe ich beim Betätigen des automatischen Fadenabschneiders die Möglichkeit, mir einen Kaffee zu holen oder eben einen Power Nap zu halten. Dementsprechend verwundert war ich über die Geschwindigkeit des Blitzabschneiders. Das geht einfach ratzfatz. Ich konnte die Geschwindigkeit gar nicht glauben und hab erst gedacht „hmm, war das jetzt echt so flott?!“. Klick, klick, klick, klick, klick- 10 mal die Fadenabschneider Taste am Fußpedal betätigt (ja, dass geht und diese Funktion ist ein Traum) und es funktioniert wirklich so schnell. Das Feature ist einfach gigantisch! Man muss nicht Ewigkeiten warten bis man weiter nähen kann. Fazit hierzu: außerhalb jeglicher Konkurrenz.

Fußpedal

Du kannst das Fußpedal nach deinen Wünschen programmieren. Entweder sagst du dem Fußpedal „schneid den Faden ab“, wenn du auf den hinteren Bereich des Pedals tritts oder aber „vernähe bitte“. Beides sehr praktische Funktionen. Kleine Gadgets wie ein aufrollbares Kabel am Anlasser, finde ich auch gut. Nicht essentiell beim Nähen, aber total hilfreich für alle, die die Maschine nicht dauerhaft stehen lassen können, um das kreative Chaos zu minimieren.

Kniehebel

Dieser Part gehört eigentlich zur Ausstattung, aber ich möchte ihn dennoch hier erwähnen, denn: Ein Kniehebel ist grandios, du hast deine Hände immer an deinem Projekt. Du drückst mit dem Knie gegen den Kniehebel und der Nähfuß hebt sich an. Somit kannst du dein Projekt total präzise wenden und drehen, ohne dass du deine Naht verlierst. Der Grund warum ich den Punkt aber hier aufnehme ist der, dass du hier die Möglichkeit hast zu wählen, wie du das Füßchen betätigst. Ob ganz klassisch per Hand, oder aber per Knopfdruck oder per Knieheben. Das mag für dich selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Oft hat man nur 2 Optionen aus 3. Deshalb ist das ein erwähnenswertes Feature. Ich erlebe es im Nähkurs immer wieder, dass Leute, die Jahrelang den klassischen Füßchenhebel gewohnt waren, sich mit dem Kniehebel oder mit der Taste schwer tuen. Deshalb besteht hier absolute Wahlfreiheit. Wenn du so klein bist wie ich 1,66 m ist der Kniehebel von der JUKi DX-7 ebenfalls ein Vorteil für dich, weil dieser eine gute Höhe hat. Ich habe oft Maschinen mit Kniehebeln die zu hoch sind für mich- wahrscheinlich sind einfach meine Beine zu kurz. 😊 Diesen kann ich ganz bequem und gemütlich ohne auf Zehenspitzen stehen zu müssen mit meinem Bein bedienen- gefällt mir.

Floating Modus (deutsch: Schwebemodus)

Wenn du den Floating Modus von Juki noch nicht kennen solltest, ist diese Funktion etwas was du kennenlernen „musst“ beziehungsweise dich glücklich schätzen kannst, wenn du es hast. Ich bin aber ehrlich: ich musste mir diesen Modus genauer anschauen, denn erstmal war ich etwas skeptisch und habe den Nutzen beim reinen lesen im Prospekt nicht sofort erkannt. Manchmal wird man auf die Dauer etwas „Betriebsblind“, weil ich einfach alles automatisch an der Maschine passend zum Stoff einstelle. Stichlänge, Breite, Druck und Spannung stelle ich ein ohne nachzudenken und realisiere „ach ja ich mache das schon eine ganze Weile und zwar jeden Tag“. So macht das nicht jede Hobbynäherin, muss sie ja auch für Ihren Gebrauch nicht. Dafür gibt es ja tolle Erfindungen wie den Floating Modus. Du kennst es sicherlich: du nähst los und deine beiden Stofflagen liegen exakt aufeinander. Hokuspokus- am Ende der Naht liegen sie nicht mehr übereinander, die Längen haben sich verschoben? Wer kennt das bitte nicht? Das ist der Moment an dem man an seinen Zuschneidequalitäten zweifelt, obwohl man sich sicher ist mit Präzision zugeschnitten zu haben. Der Floatingmodus lässt den Fuß über den Stoff schweben. Der Fuß wird nicht wie sonst ganz abgesenkt und dadurch entsteht nicht der übliche Druck. Dadurch lassen sich besonders dicke, wellige oder stumpfe Stoffe wunderbar vernähen. Dank diese Funktion wird das Stichbild enorm verbessert.
Es tut mir wirklich leid, aber ich schaffe es irgendwie nicht mich kürzer zu fassen. Ich möchte alle Wichtigen Infos für dich zusammen zu fassen. Deshalb bedanke ich mich schon jetzt für deine Geduld beim Lesen.

Stichplatte

Bevor ich zum technischen Part komme, möchte ich aber noch etwas zu der dualen Stichplatte sagen. Wenn du lange Strecken im Geradstich nähst, ist es immer ratsam eine Geradstichplatte einzusetzen. Aber mal ehrlich: wer macht das denn jedes Mal? Obwohl ich eine besitze und diese sich in unmittelbarer Umgebung befindet, tausche ich sie leider immer erst dann, wenn sich der Stoff in die Stichplatte gefressen hat. Tadaaaa, hättest du mal lieber die andere Stichplatte genommen, denke ich mir dann immer wieder. Fühlst du dich hier ertappt, dann ist die 2 in 1 Stichplatte genauso etwas für dich wie für mich. Du musst einfach nur einen kleinen Hebel schieben und kannst somit die Stichplatte von Zickzack auf Geradstich umstellen.

Jetzt möchte ich das Zubehör bzw. Preis/Leistung- Verhältnis einmal beleuchten und dann können alle Technik Nerds noch weiterlesen, wenn sie mögen.

Vorläufiges Fazit ohne Technik Nerd Skills

Vorläufig zusammenfassend kann ich sagen, dass selbst wenn man meine Techniker*in Nerd Perspektive außer Acht lässt und nur die der Anwendung/ Preis und Leistung berücksichtigt, erhältst du mit der Juki DX7 eine tolle Nähmaschine. Diese unterstützt dich bei jedem Nähprojekt und du wirst es lieben, das schönste Hobby der Welt gemeinsam mit ihr zu erleben. Für einen Preis von 1899 € erhältst du eine treue Begleiterin, die mit dir durch dick und dünn geht.

Technik

Wer jetzt noch weiter liest möchte wissen, was IN der Maschine steckt. Ratzfatz habe ich alle Schrauben und die Außenschalen entfernt und einmal einen Blick ins Innere geworfen: was sehe ich da durch meine Nähmaschinen Nerd Brille?

Bauteile

Hier fällt mir als Erstes positiv auf, dass ich eine durchgängige Arm-Welle sehe, was mein Technikerinnen-Herz höher schlagen lässt. Einige andere Hersteller produzieren Maschinen in diesem Preissegment mit einer durch Kunststoff geteilten Arm-Welle. Das ist kostengünstiger und einfacher zu verbauen, bedeutet aber auch eine ungenauere Übertragung vom Motor zur Nadel. Die Anfälligkeit bei einer geteilten Arm-Welle ist wesentlich höher und die Lebensdauer dementsprechend verküzt.
Viele essentielle Bestandteile dieser Nähmaschine sind nicht aus Kunststoff, was ich gut finde. Die Erfahrung in der Werkstatt zeigt über die Jahre, dass immer mehr Kunststoff (im Kunststoff an sich gibt es auch große Qualitätsunterschiede) verbaut wird. Deshalb wird an manchen Maschinen mit dem Slogan „wartungsfrei“ geworben. Plastik muss nicht geschmiert/geölt werden! Es ist eine geniale Marketingstrategie etwas Negatives in etwas Positives zu wandeln. Lass dich von solch einer Art Marketingstrategie nicht hinters Licht führen. Man kann gewisse Teile durch Kunststoffteile ersetzen, aber eben nicht alle. Deshalb darfst du dich freuen, wenn deine Maschine mal gewartet werden muss .

Schrittmotor Übertragung

Dem Kunden sagen Händler immer wieder, dass du zwingend ein gutes Garn, sowie gute Nadeln brauchst. Das ist auch völlig richtig so. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass sowohl das Garn als auch die Nadeln nur eine Unterstützung der Maschine zur Verbesserung des Nahtbildes sind. Aber keine Grundlage.
Einer der wesentlichen Grundlagen für eine sichere Stichbildung ist die mechanische Zick Zack Übertragung vom Schrittmotor zur Nadelstange, diese ist bei der Juki DX7 wirklich einwandfrei und bildet somit eine gute Grundlage.

Platine

Oft höre ich das Vorurteil „eine elektronische Maschine möchte ich nicht, da die Elektronik schnell kaputt geht“. Dies ist eine weitverbreitete Einstellung, aber oft nicht richtig. Ein Merkmal für eine langlebige Elektronik ist die Qualität der Platine und ihrer Lötstellen. Wenn eine elektronische Nähmaschine einen Totalausfall erleidet, liegt es oft an brüchigen Lötstellen. Im Prinzip ist das Problem leicht behoben, wenn man die Ursachen kennt. Dieses nennt sich „Fließen-Benetzen-Binden“, denn nur wenn die Lötstellen anständig gelötet sind, halten diese zuverlässig. Lange Erklärung, kurzer Sinn: Die Platinen der Nähmaschine von Juki sind super ordentlich gelötet. Sprich: diese werden lange halten und der Elektrofluss hält Stand.
Viele essentielle Bestandteile dieser Nähmaschine sind nicht aus Kunststoff, was ich gut finde. Die Erfahrung in der Werkstatt zeigt über die Jahre, dass immer mehr Kunststoff (im Kunststoff an sich gibt es auch große Qualitätsunterschiede) verbaut wird. Deshalb wird an manchen Maschinen mit dem Slogan „wartungsfrei“ geworben. Plastik muss nicht geschmiert/geölt werden! Es ist eine geniale Marketingstrategie etwas Negatives in etwas Positives zu wandeln. Lass dich von solch einer Art Marketingstrategie nicht hinters Licht führen. Man kann gewisse Teile durch Kunststoffteile ersetzen, aber eben nicht alle. Deshalb darfst du dich freuen, wenn deine Maschine mal gewartet werden muss .

Das Wichtigste auf einen Blick

Stichlänge max. 5 mm
Zickzackbreite max. 7 mm
Nähfußlüftung Lüftung in 2 Stufen, max. 12 mm
Nadel 130/705H
Nähgeschwindigkeit 1050 Stiche/min
Maße 445 x 291 x 210 mm
Gewicht 10,3 kg
WLAN Nein

Zubehör

Das Zubehör der Nähmaschine Juki DX7ist wirklich umfangreich und lässt jedes Nähherz höher schlagen. Ich führe dir hier einmal die wichtigsten Zubehörkomponten auf.

Anschiebetisch

Ich fange mit meinem Lieblingszubehör an- dem riesigen Anschiebetisch. Für alle die gern Patchworken/Quilten oder Anziehsachen nähen, ist der perfekt. Er ist wirklich riesig. Du hast eine tolle Ablage Fläche für viel Stoff.

Obertransportfuß

Wenn du mal Stoffe hast die schwer transportierbar sind, kannst du einfach diesen Fuß anbringen und alle Stoffe sind bezwingbar. Egal ob dick, dünn, grifffest- er unterstützt dich.

Kofferhaube

Klingt komisch, ist aber so: ein Feature, das früher mal „normal“ war, heute aber kein Standard mehr ist. Um so schöner finde ich, dass eine feste Haube dabei ist.

Füße

Diese möchte ich nicht als allzu exklusiv darstellen, weil sie für mich ab einer gewissen Preislage ein Standard sind, dennoch sind sie bei vielen Herstellern nicht Standard. Bei Juki erfüllt den Standard in vollem Umfang. Folgende Füße sind enthalten: Standardfuß, Obertransportfuß, Knopflochfuß manuell/automatisch, Blindstichfuß, Patchworkfuß, Quiltfuß, Kantenfuß, Offener Federfuß, Glättfuß. Wie du siehst, für jede Art von Nähfreund etwas dabei.

Fazit

Bevor ich zum Fazit komme, muss ich mich noch einmal im Namen als Technikerin bei dem Hersteller bedanken. Einer der wenigen Mitdenkenden, die in der ganzen Maschine dasselbe Schraubenfabrikat verwenden. Warum dich das interessieren sollte? Weil viele Werkstätten nach Zeitaufwand abrechnen und unterm Strich: gleiche Schrauben schonen deinen Geldbeutel.
Eine klare Empfehlung für diese Maschine 🙂
Deshalb findest du diese ab sofort auch bei mir im Laden.

Du weißt ja ich nehme nur Maschinen ins Sortiment die ich getestet und für gut befunden habe!

Oben habe ich ja bereits ein Miniresümee gezogen. Technisch kann ich ergänzen, dass die Maschine auf einer soliden Grundlage konzipiert ist. Sie eignet sich sowohl für Nähanfänger als auch für Fortgeschrittene. Sie ist leicht zu bedienen und kann auf dein Nähverhalten individuell eingestellt werden. Preis und Leistung stimmen hier überein. Du erhältst für € 1799,00 viel Komfort und Zubehör.

Denn so richtig kannst du es erst fühlen wenn du davor sitzt

An Diskussion beteiligen 2 Kommentare

  • Bärbel Grieb sagt:

    Hallo,
    Mich interessiert, wie teuer die Juli HZL DX7 nun tatsächlich ist. In Ihrem Testbericht ist zuerst der Preis 1899€. Im weiteren Fazit sprechen Sie von 1799€. Schließlich im Onlineshop kostet die Juki 1999€ bei Ihnen. Ich freue mich, wenn Sie mir Ihren tatsächlichen Preis „preisgeben“ können.
    Viele Grüße
    Bärbel Grieb

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