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August 2018

Der aktive und passive Obertransport

Der doppelte Stofftransport oder auch DFT Dual Feed Transporter

Der eingebaute doppelte Stofftransport, besteht aus dem üblichen Untertransport, den jede Nähmaschine hat und einem aktiven Obertransport. Aktiv heißt er, weil er wirklich eine Zugkraft auf den Stoff ausübt. Der aktive Obertransport ist immer fest in die Maschine eingebaut, er läßt sich zwar abschalten, aber nicht abbauen und auch nicht in eine Nähmaschine nachträglich einbauen.

Der DFT besitzt in der Nähmaschine eine stabile mechanische Verbindung zum Untertransport, sodass er immer genau synchron mit ihm arbeitet.
Ob die Maschine vorwärts oder rückwärts, in langer oder kurzer Stichlänge näht, ganz egal, der aktive Obertransport macht jede Bewegung mit.
Das über nähen von Kappnähten bei Jeans ist kein Problem, ganz ohne drücken schieben ziehen. Leder näht ihr auch ganz easy.
Leder ist ein sehr stumpfes Material und klebt beim nähen am Nähfuß. Deswegen näht die übliche Nähmaschine Leder sehr schlecht. Mit einem aktiven Obertransport funktioniert das tadellos.
Auch bei dünnen Stoffen verhindert der Obertransport das kräuseln und zusammenziehen. Grundsätzlich ist er bei allen nicht elastischen Stoffen von großem Vorteil.

Neben dem aktiven Obertransport gibt es auch den passiven Obertransport.
Der passive Obertransport wird nachträglich an der Nähmaschine angebracht, er hat keine Verbindung zum Untertransport, eigentlich weiß er nicht was er gerade macht. Er wird über die Nadelstange angetrieben und übt keine Zugkraft auf den Stoff aus.
Seine Aufgabe ist es die Reibung zwischen Stoff und Nähfuß zu verringern. Er kann wirkungsvoll die Wellen beim nähen von elastischen Stoffen verhindern und gleitet aber auch gut über Leder.
Es gibt sehr große Qualtiätsunterschiede bei diesen Teilen, einen der besten hat Bernina gebaut, er liegt der Bernina 350PE serienmäßig bei bei. Leider passt der Obertransport von Bernina nicht an andere Maschinen, Bernina hat eine sehr spezielle Nähfußhalterung.

Brother Innov-is 10a

solides Einsteigermodell

hinsetzen – loslegen – freuen

Viel schnick schnack

zum kleinen Preis

Wenn du dir denkst – ich möchte auch mal nähen lernen, dann ist das einen Maschine für dich.
Fakten: Horizontalgreifer, wie ihn auch die “Großen” haben, elektronische Stichsteuerung und Motorsteuerung, Stichlänge und -breite sind vorprogrammiert, aber ganz individuell verstellbar.
11 Nutzstiche, 1 Riegelstich, 3 vollautomatische Knopflöcher,
Die Stiche werden über einen Drehknopf verstellt, nähen ohne Anlasser möglich, Geschwindigkeit vorwählbar über den Schieberegler, Nadelstopp immer unten, per Knopfdruck geht die Nadel nach oben, 7-Punkttransporteur, automatisches vernähen, Knopflochautomatik
der Nadeleinfädler braucht mehr Liebe als Verstand – es gibt schönere, aber besser als keiner, kein Ölen, leichte Bedienung,
als Abdeckung wird eine Staubschutzhaube mit geliefert…..ist ne bessere Plastiktüte – dein erstes Nähprojekt mit ihr könnte eine schöne Haube sein 🙂

Die NV10a ist eine schöne Maschine für Einsteiger, für die die testen möchten ob sie beim Hobby bleiben oder für die die alle Jubel Jahre mal nähen

Brother J17s – Kindernähmaschine

Die Kindernähmaschine, die eigtlich gar keine ist

dies ist die kleinste Nähmaschine von Brother. Sie hat eine 1-Knopfautomatik, das heißt die Stiche sind in Stichlänge und -breite voreingestellt, Du brauchst nichts einstellen. Das ist ein Vor sowie ein Nachteil. Es vermindert die Fehlerquelle enorm. Aber im Gegenzug nimmt es auch die Möglichkeit mit den Einstellungen experimentieren zu können das kannst nichts einstellen kannst. Du musst die Stiche so nehmen wie die Maschine Sie dir anbietet. Das ist natürlich die einfachste Art eine Nähmaschine zu bauen. Für Kinder aber unterm Strich eher positiv, weil so Erfolgserlebnisse so gut wie Garantiert wird. Die Maschine hat einen Horizontalgreifer eingebaut, der ist hier leider aus Kunststoff.
Wir empfehlen diese Maschine für Wenig-Näher, oder für Kinder. Obwohl man diese Maschine aus rechtlichen Gründen nicht Kindernähmaschine nennen darf, halte wir sie für sehr gut geeignet für Kinder. Die Bedienung ist exakt gleich wie bei einer Kindernähmaschine, sehr einfach, allerdings ist sie wesentlich besser konstruiert.
Sie hat eine Beleuchtung und die Geschwindigkeit läßt sich über den Fußanlasser regeln. Das gibt es bei Kindernähmaschinen nicht und außerdem sind die schon sehr klapprige Dinger, die J17s ist da deutlich besser. Die Preislage entspricht genau der einer guten Kindernähmaschine.

Finger weg vom Fingerschutz

Sich trauen zu vertrauen

Dodo

Bernina 770 – ein wahres riesen Baby

Als diese Maschine zum erstenmal in unsern Laden ankam, dachten wir, es kommt eine ganze Schrankwand 😀 Ein mächtig großer Karton auf einer Palette, so groß ist uns noch keine Maschine vorgekommen. im Karton fanden wir eine, natürlich äußerst gut gepolstert, Bernina 770QE. In einem kleinerern Karton verpackt, der großen Anschiebetisch und das restliche Zubehör.
Auf jeden Fall alles sehr gut verpackt.
UDann stand sie da, im Vergleich zu den “kleinen” Berninas ein wahres Monster. Und dann viel Rüdiger wieder der Spruch seines Lehrmeisters ein, für ihn gab es kleine Bernina´s und dicke Bernina´s – die 770 ist eindeutig eine dicke Bernina 🙂

Die 700er Serie hat einen Durchgangsraum von etwas mehr als 25cm. Als Durchgangsraum bezeichnet man den Abstad von der Nadel bis dem Ständer der Maschine. Für Industriemaschinen ist diese Größe Standard, bei Haushaltsmaschinen kommt es erst in letzter Zeit in Mode.
Der Durchgangsraumist perfekt um große Teile zu nähen. Allerdings bringt das beträchtliche Konstruktionsprobleme mit sich, da die Stabilität der Maschine gewährleistet bleiben muss, sonst verändert sich ganz leicht der Greifer-Nadelabstand. Das hat wiederrum Fehlstiche zur Folge und der Transport kann auch nicht mehr exakt arbeiten. Bernina macht in dieser Hinsicht keinerlei Kompromisse und baut ein stabiles, tragendes Ständerwerk aus Leichtmetall. Trotz des verbauten Leichtmetall´s ist die Maschine ziemlich schwer, andererseits wäre sie zu leicht wirds wackelig und das ist für Bernina nicht gut genug. Für diese Kompromisslosigkeit in punkto Mechanik lieben wir Bernina. Es gibt genug andere Hersteller, die eine leichte Maschine mal eben in die Länge ziehen und die daraus resultierenden Probleme werden an den Kunden übergeben.

Nähtechnik
Da die Maschine 9mm breite Stiche nähen kann ist ein Umlaufgreifer erforderlich, weil mit einem CB-Greifer nur max. 5,5mm Stichbreite möglich sind.
Deshalb hat Bernina in dieser Maschine den B9-Greifer als Nähtechnik eingebaut.
Alles über den B9-Greifer findet ihr hier

Kniehebel
an den Kniehebel gewöhnt ihr euch ganz schnell.
Der Kniehebel wird beim nähen mit dem rechten Knie gedrückt, dadurch hebt sich der Nähfuß an. So braucht ihr nicht mehr hinter die Maschine greifen um den Nähfuß anzuheben. So habt ihr immer beide Hände für den Stoff frei. Gleichzeitig wird dabei der Transporteur versenkt, so stört er beim einlegen des Stoffes nicht. Beim nächsten Stich ist er dann wieder da.
Grundsätzlich hat jede Industrienähmaschine einen Kniehebel.
Bei dieser Bernina könnt ihr das anheben des Nähfusses auch programmieren, sodass der Nähfuß automatisch am Nahtende angehoben wird und beim weiternähen wieder abgesenkt. Hier müsst ihr euch dann um nichts mehr kümmern.

Jetzt wird aber mal Zeit, das Baby einzuschalten…

Start aber nix passiert
Das Display der Maschine leuchtet kurz auf und dann nimmt sich die Maschine 30 Sekunden Zeit um zu starten. Nicht ungeduldig werden. Dann endlich geht die Beleuchtung an beeidruckend ist das grandioses Licht das die Maschine bietet, etliche LEDs, verteilt rund um die Nadel und zusätzlich unter dem Arm. Diese Lichtquellen leuchten das Nähfeld perfekt aus. Die Helligkeit im Menü dimmen. Die Helligkeit lässt sich im Menü auf eure individuelle Anforderung einstellen.

Display
Die Bedienung der Maschine erfolgt über das berührungsempfindliche, farbige TFT-Display. Das Display reagiert gut auf leichten Fingerdruck. Auf Hauptbildschirm lassen sich die einzelnen Stichmenüs aufrufen. Ihr könnt alle Einstellungen des gewählten Stiches sehen, empfohlener Nähfuß, Stichlänge und Stichbreite und ob Nadel oben oder unten stoppt. Unter dem Display sind die grundlegenden Einstellungen der Maschine abrufbar. Ihr könnt an der Maschine eigentlich alles individuell einstellen, Displayfarbe, Spulergeschwindigkeit, Fadenabschneider automatisch oder nicht – das Menü fürs Geschirr spülen finden wir noch nicht aber es muss irgendwo sein. Vielleicht bei nächsten Update 🙂

Selbstverständlich sind auch hier alle Stiche vorprogrammiert, ihr könnt wie gewohnt alle möglichen Änderungen an diesen Stichen vornehmen, einmal über das Display oder eigentlich viel besser über zwei Drehknöpfe und einen Taster rechts neben dem Display. Durch drehen des oberen Knopfes ändern Sie die Stichbreite, der untere ist für die Stichlänge, und darunter ist die Taste für die Stichlage. SIhr braucht also für solche grundlegenden Änderungen nicht im Menü rumtippen, es geht viel eleganter und schneller mit diesen Drehknöpfen.

Anschiebetisch
Der Anschiebetisch vergrößert die Nähfläche. Er wird ganz einfach an den Freiarm angeklickt. Er hat keine “Beine”, sobleibt der Freiarm unten offen, bei Bernina leidet aber die stabilität trotzdem nicht. Durch das kleine Sichtfenster ist das wechseln der Spule kein Problem.

Aktiver Obertransport
Das hat Bernina sich bei anderen abgeguckt. Der aktive Obertransport (hier ist er beschrieben) ist eine sehr sinnvolle Nähhilfe. Mit ihm wird der Stoff nicht nur vom Transporteur unter der Stichplatte bewegt sondern zusätzlich von oben. Der aktive Obertransport ist mit dem unterem synchronisiert, beide Transporteure machen immer die gleiche Bewegung.
Mehr zum Thema Obertransport findest du hier

Knopfloch
die Maschinen bieten je nach Model, verschiedene Knopflöcher bis 9mm Stichbreiten an, das sieht schon richtig gut aus. Der Spalt zwischen den Knopflochraupen läßt sich im Menü anpassen, dadurch wird das Knopfloch beim aufschneiden nicht so leicht beschädigt.

Quilten, Freihandnähen, Stopfen
Bernina hat eine eingebaute Stopfeinrichtung. Sobald der spezielle Nähfuß angebracht ist, hebt die Nähfußstange sich automatisch bei jedem Stich etwas an. Sie benötigen nicht den üblichen lästigen Freihandfuß der von der Nadelstange angehoben wird und meist ziemlich klapprig ist.
Mit dieser Technik lassen sich die ausgefallensten Arbeiten machen.

BSR-System – Bernina Stitch Regulator
Da war Bernina mal wieder ziemlich einfallsreich und natürlich ist es auch keine günstige Erfindung. Das Teil hat aber eindeutige Vorteile.
Das nähen mit einem Freihandfuß ist zwar technisch ziemlich einfach, aber da der gesamte Stofftransport von Hand gemacht wird, benötigen Sie schon einiges an Übung um akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Die Kunden klagen beim Freihandnähen meist über ungleichmäßige Nähte, wie gesagt Übung macht den Meister.

Aber hier kommt das BSR-System ins Spiel.
Das BSR-System ist ein ganz normaler Freihandnähfuß, allerdings ist er mit einem Sensor auf der Unterseite ausgerüstet, der die Geschwindigkeit registriert mit der du den Stoff bewegst. Über diesen Sensor wird dann die Geschwindigkeit der Maschine gesteuert. Je schneller du den Stoff bewegst, desto schneller näht die Maschine. Dadurch erzielst du beim Freihand nähen eine super gleichmäßige Stichlänge. Die gewünschte Stichlänge ist einstellbar.
Anfangs ist es ziemlich ungewohnt, da man eigentlich immer versucht die Geschwindigkeit der Maschine mit dem Fußanlasser zu steuern, das übernimmt jetzt der Nähfuß mit dem BSR drin. Durch drücken des Fußanlassers wird die Maschine nur in Bereitschaft versetzt, die Schiebegeschwindigkeit des Stoffes regelt die Nähgeschwindigkeit.
Das BSR-System kannst du im Gradstich und im Zick-Zack-Stich nutzen.

Das BSR im Geradstich zu nutzen ist total einfach, selbst Näherinnen die noch niemals freihand genäht haben erzielen ganz erstaunliche Ergebnisse.

Fadenabschneider
Damit ist nicht das Messerchen am Maschinenkopf gemeint, an dem die Fäden “manuell” abgeschnitten werden können, die Werbung bezeichnet auch das gerne Fadenabschneider.
Die 770QE hat einen “echten” Fadenabschneider so wie ihn auch die Industrie nutzt. Du brauchst keine Schere mehr um überstehende Fäden an der Naht abzuschneiden. Der Endfaden bleibt etwas zu lang, sodass am Anfang der nächsten Naht ein etwa 2cm Oberfaden steht. Es ginge auch weniger, nur dann besteht die Gefahr, dass der Faden nicht für den ersten Stich reicht, es ist eine technische Gratwanderung. Hier hat Bernina sich für den sichereren Weg entschieden.
Der Fadenabschneider schneidet für Ober- und Unterfaden. Er kann über Knopfdruck ausgelöst oder aber auch programmiert werden. Du solltest darauf achten, den Fadenabschneider nur auf Stoff zu betätigen, andersfalls kann er sich “verschlucken”, dann gibt es dicken Tuck unter der Stichplatte. Es ist zwar kein großes Problem, aber lästig, sie ist halt manchmal eine kleine Diva.

Wir haben unsere Bernina so programmiert, dass wir während des nähens auf den Scherenknopf drücken können. Sie hält dann sofort an, verriegelt die Naht, schneidet die Fäden ab, setzt die Nadel nach oben und hebt den Nähfuß an. Und das alles sehr schnell. Bei manch anderen Maschinen habt ihr noch Zeit für einen Kaffee während dessen 🙂

Automatische Fadenspannung
Endlich mal eine die funktioniert, da sie auch auf die Stichlänge reagiert. Die Stichlänge ist der häufigste Grund warum eine Spannung geändert werden sollte. Bei sehr kurzen Stichlängen, z.B. beim applizieren passt die Spannung sich hervorragend an. Trotzdem kann ich die Spannung für jeden Stich sehr leicht ändern.
Die Grundeinstellung der automatischen Spannung ist bereits sehr gut, und stellt sich sehr gut auf verschiedene Stiche ein. Ein Knopfloch braucht wesentlich weniger Spannung als ein normaler Geradstich, sowas weiss die Maschine. Allerdings weiss Sie nicht, welches Material gerade genäht werden soll, was möglicherweise ein etwas andere Spannung benötigt. Deshalb gibt es ein Menü in dem du verschiedene Stoffarten und Näharbeiten vorwählen kannst. Die Maschine stellt dann automatisch verschiedene Parameter wie Spannung, Nähfußdruck, Stichlänge etc. optimal ein. Diese Technik funktioniert bei Bernina einwandfrei.

Das Stickmodul der 700er Serie

Die beiden großen Modelle der 700er Serie (740 und 770) lassen sich durch ein Stickmodul erweitern. Bisher waren die Stickmodule von Bernina zu kompliziert, sodass wir das sticken mit einer Bernina nicht empfohlen habe.
Ganz anders ist das bei dieser Maschine hier.
Wenn ihr das Stickmodul angesteckt habt schaltet die Maschine automatisch auf den Stickbildschirm und mit wenigen Handgriffen geht es los.
Die Bedienung ist intuitiv. Wir konnten das Stickmodul bereits beim ersten Mal ohne Anleitung bedienen. Genauso haben wir es gerne.

Die Bernina stickt bis zu 900 Stiche pro Minute, das ist eine wirklich sportliche Leistung. So rasant sticken die wenigsten, der Rahmen ist gut durchdacht konstruiert so wird das nach-rutschen des Stoffes weitgehend verhindert wird. Die Stickmotive können am TFT-Touchscreen gespiegelt, gedreht und formatiert werden,
Farben können geändert werden. Das fertige Muster kann dann auch gespeichert werden entweder in der Maschine oder auf einem USB-Stick.
Das Muster kann , wie bei fast allen Stickmaschinen, genauestens im Rahmen positioniert werden.
Die Stickmuster sind nicht im Stickmodul gespeichert sondern in der Maschine, die verschiedenen Modelle werden mit verschieden vielen Stickmustern ausgeliefert.
Diese können aber durch eigene ganz einfach ergänzt werden.

Fazit:
Wir haben hier eine Nähmaschine die eigentlich viel mehr kann, als wir üblicherweise brauchen. Aber wie so vieles im Leben hat die Bernina 770QE was mit “haben wollen” zu tun.
Für uns ist diese Maschine eindeutig die beste Nähmaschine in dieser Preisklasse. Andere mögen mehr an Schnick-Schnack bieten aber eine bessere Nähtechnik gibt es nicht.
Wer Spass an elektronischen Spielereien hat und eine technisch supergute Nähmaschine haben möchte, für den gibt es keine bessere.

Bernina – unser “Porsche”

Bernina ist eine Nähmaschinenfabrik in Steckborn in der Schweiz. Auch sie stellen nicht mehr alle Modelle in der Schweiz her, einige kommen aus einem Werk in Thailand. Trotz alledem legt Bernina großen Wert auf eine sehr exakte und genaue Konstruktion ihrer Nähmaschinen – und dass ist das Wesentliche einer Nähmaschine.
Die Elektronik ist perfekt durchdacht und hat Features die andere nicht haben.

Konstruktion
Das tragende Ständerwerk aus Leichtmetall, mit Stahlplatte als rückwärtiger Versteifung und mit Kunststoff verschalt.
Der Antrieb erfolgt über Zahnriemen und einem Riemengetriebe zur Erhöhung der Durchstichkraft, durch den separaten Spulermotor ist keine Handradauslösung notwendig.
Die Stich- und Transportsteuerung läuft über sehr schnelle Schrittmotore, deshalb muss die Motorgeschwindigkeit bei komplizierten Mustern kaum gedrosselt werden.
Das Transportsystem ist exakt und kommt bei dicken hügeligen Stoffen an die Qualtiät von Maschinen mit doppeltem Stofftransport ran.
Insgesamt baut Bernina eine sehr gute und genaue Mechanik. Das hat seinen Preis, aber ist ein Preis, den man nur einmal in seinem Leben bezahlt, die hohe Nähqualität wird euch jeden Tag auf´s neue begeistern.

Eines der wichtigsten Merkmale einer Nähmaschine ist, neben der Konstruktionsqualtiät, die Nähtechnik, kurz Greifer genannt.

Bernina baut verschiedene Greifersysteme, je nach Anforderung.

Der CB-Greifer näht grundsätzlich den schönsten Stich, der Faden wird bei der Stichbildung nicht verdreht. Allerdings muss ein ziemlicher Aufwand betrieben werden um diesem Greifer seine Unarten auszutreiben, die er in billigen Nähmaschinen nur zu deutlich zeigt.
Im Bild seht ihr rechts den herkömmlichen alten CB-Greifer und links den Bernina Greifer. Die Greiferbahn und Greiferspitze sind deutlich schmaler geworden. Dadurch wird der Faden viel seltener in der Greiferbahn eingeklemmt. Der Greifer ist filigraner gebaut und wesentlich leichter als der übliche. Dadurch läuft die Maschine leiser und der Greiferantrieb wird nicht allzu stark belastet.
Der CB-Greifer kann bis zu einer Stichbreite von 5,5mm eingesetzt werden.
Eine Bernina mit CB-Greifer näht die dünnste Seide ohne Probleme, und auch sehr dicke Stoffe werden befriedigend genäht.

Auch Bernina setzt in einigen Modellen den klassischen doppelt umlaufenden Greifer (DUG) ein. Er kann bis zu 9mm breite Stiche nähen. Der DUG ist zwar sehr robust und langlebig, hat jedoch auf manchen Stoffen nicht die Stichqualiät, die ich von einer Bernina erwarte. Ich nehme an genau aus diesem Grund hat Bernina den B9-Greifer entwickelt.

Der B9-Greifer ist ein Mittelding zwischen DUG und CB-Greifer. Die Spule hat ein etwa 80% größeres Fassungsvermögen als herkömmliche Spulen.
Bernina hat den B9-Greifer genauso verfeinert und weiterentwickelt wie den CB-Greifer. Bemerkenswert sind die beweglichen Antriebsnocken, die eigentlich die Treiber dieses Greifers sind. Vom Treiber werden rausnehmbare Greifer, wie der CB- und der B9-Greifer, angetrieben. Durch die Lücke zwischen Treiber und Greifer muss bei jedem Stich der Faden schlüpfen, das macht ein Geräusch und wirkt sich auf das Stichbild aus. Beim B9 sind diese Treibernocken beweglich, das heißt, die Nocke, an der gerade der Faden vorbei muss, ist versenkt und die jeweils andere übernimmt den Antrieb. Dadurch wird der Greifer leiser und der Stich gleichmäßiger. Bei guten Industriemaschinen ist diese Technik ein Standard.
Der Greifer ist vollständig aus Metall, die Spulenkapsel ist aus Kunststoff, das ist jedoch kein Nachteil. Das entnehmen der Kapsel aus dem Greifer ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil total ungewohnt, Sie drücken ein Hebelchen und die Kapsel wird von einer Feder rausgedrückt, je nachdem wie Sie drücken kommt die Kapsel Ihnen auch schonmal entgegen geflogen. Aber das ist einfach eine Gewöhungssache.
Die Stichqualität ist etwas schlechter als bei einem CB-Greifer aber besser als bei einem DUG. Der Greifer kann bis zu 9mm breite Stiche verarbeiten.

Den Unterfaden braucht ihr nicht mehr heraufholen
Viele Nähmaschinenhersteller machen Werbung damit, dass der Unterfaden vor dem nähen nicht nach oben geholt werden muss.
Das funktioniert bei Bernina natürlich auch wie bei jeder anderen Nähmaschine allerdings auch.
Jede Nähmaschine holt sich beim ersten Stich immer automatisch den Unterfaden, ob nun oberhalb der Stichplatte liegt oder nicht. Der Knackpunkt ist aber einfach, dass der Unterfaden die richtige Länge haben sollte. Ist er zu kurz, wird er beim ersten Stich nicht mitgenommen, ist er zu lang, näht er sich unter dem ersten Stichen fest – sehr unschön. Die optimale Länge liegt so etwa bei 3-4 cm. Die moderen Maschine bewältigt das einfach mit einem kleinen Messer welches den Unterfaden auf die richtige Länge abschneidet.

Nadelpositionierung
Das Nützlichste was die Elektronik zum nähen beitragen kann, ist die Nadelpositionierung.
Eine Nähmaschine macht bei jeder Handradumdrehung einen Stich. Wenn ihr mit einer “normalen” Maschinen aufhört zu nähen, bleibt die Maschine irgendwo stehen. Die Nadel ist mal oben mal unten mal irgendwo dazwischen aber nur an einem genauen Punkt ist die Maschine mit ihrem Stich fertig. Der Punkt ist erreicht, wenn der Fadengeber an seiner höchsten Stelle ist und nicht wenn die Nadel in höchster Stellung ist. Der Fadengeber ist etwas später als die Nadel, das ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Unterschied. Nur in dieser Stellung lässt sich der Stoff problemlos wegnehmen. Bei nicht elektronischen Maschine macht man das üblicherweise manuell am Handrad. Die Nadelpositionierung hält die Maschine immer so an, dass der Fadengeber oben steht. Sie brauchen eigentlich nie wieder am Handrad drehen. Bei Bernina können Sie per Knopfdruck auswählen, dass die Nadel in der tiefsten Position im Stoff stecken bleibt, so könnt ihr den Stoff um die Nadel drehen.

Ein weiterer Nebeneffekt dieser Nadelpositionierung ist die sehr genaue Steuerung der Maschine über den Fußanlasser. Wenn ihr den Anlasser kurz antippt, näht die Maschine genau einen Stich und stellt sich wieder in ihre ursprüngliche Position – super praktisch

Kniehebel
Super praktisch, ihr gwöhnt euch ganz schnell an diesen Komfort. So unscheinbar und unbekannt dieses Teil auch ist, es ist grandios und erleichtert die Arbeit 🙂
Der Kniehebel wird beim nähen mit dem rechten Knie gedrückt, dadurch hebt sich der Nähfuß an. So braucht ihr nicht mehr hinter die Maschine greifen um den Nähfuß anzuheben. So habt ihr immer beide Hände für den Stoff frei. Gleichzeitig wird dabei der Transporteur versenkt, so stört er beim einlegen des Stoffes nicht. Beim nächsten Stich ist er dann wieder da.
Grundsätzlich hat jede Industrienähmaschine einen Kniehebel.
Wenn ihr noch nie mit einem Kniehebel genäht haben, ist der Vorteil schwer einzuschätzen – probiert es aus.
Nach spätestens einer Stunde werdet ihr ihn lieben und wollt ihn nicht mehr missen.
Ein Tip: Kauft keine Bernina ohne Kniehebel.

Anschiebetisch
Der Anschiebetisch vergrößert die Nähfläche. Er wird ganz einfach an den Freiarm angeklickt. Er hat keine “Beine”, sobleibt der Freiarm unten offen, bei Bernina leidet aber die stabilität trotzdem nicht. Durch das kleine Sichtfenster ist das wechseln der Spule kein Problem.

Als Nählicht dienen der Bernina hochmoderne Leuchtkörper. Das Nähfeld wird so optimal und sehr hell ausgeleucht.

Stichbreite, Stichlage und Stichlänge
Bei Bernina sind alle Stiche vorprogrammiert.
Das heißt für euch, weniger Arbeit. Sobald ihr einen Stich über die Nummerntastatur oder den Touch-Display ausgewählt habt, stellt die Maschine automatisch die perfekten Grundeinstellungen ein.
Jeden Stich den ihr ausgewählt, wird sofort anständig nähbar. Stichbreite, -länge und -lage sind voreingestellt.
Selbstverständlich könnt ihr alle drei Parameter manuell ändern, wenn ihr etwas ganz spezielles nähen möchten. Es gibt ja immer etwas, was gerne eine Sonderbehandlung hätte, wie zum Beispiel eine Appliziernaht.
Eine Appliziernaht ist ein ganz normaler Zick-Zack-Stich. Die Breite ist Geschmacksache, jedoch sollte die Stichlänge so eingestellt sein, das sich eine schöne Raupe bildet. Dafür sollte die Stichlänge etwa 0,3mm betragen, der genaue Wert ist vom Stoff abhängig.
Bernina speichert die Änderungen des Stiches solange die Maschine eingeschaltet ist. So könnt ihr zwischendurch auch etwas anderes nähen und wieder zurück in eure Appliziernaht – solange ihr die Maschine nicht ausschaltet.

Dickes Ziergarn
Bernina kommt super mit dicken Fäden zurecht. Der dickst mögliche, ist ein 30er Garn. Früher nannte man das auch Knopflochgarn, da damit die Knopflöcher von Hand genäht wurden. Dazu wird eine spezielle Nadel benötigt, mit einem sehr großes Öhr, wir benutzen die Nadel von Schmetz 130N in Stärke 90.
Bernina näht natürlich problemlos über die abgebildeten Kappnäht 😉

Stretchstiche
Stretchstichen sind spezielle transportgesteuerte Stiche. Die Stiche entstehen dadurch, dass der Transporteur den Stoff beim nähen immer zwei oder drei Stiche vorwärts und einen oder zwei rückwärts tranportiert, deshalb nennt diese Stiche offiziell transportgesteuerte Stiche. Diese Art von Stichen sind grundsätzlich elastisch.
Achtung: Näht nicht jeden elastischen Stoff unbedingt mit einem Stretchstich, da manche dicke weiche Stoffe durch das vor- und zurücktransportieren ausgewellt werden.
Die Stretchstiche können bei Bernina auch in Länge und Breite verstellt werden.
Bernina kommt von allen normalen Nähmaschinen noch am Besten mit elastischen Stoffen zurecht, es reicht allerdings auch nicht an die Nähqualität einer speziellen Overlockmaschine ran.

Knopfloch
Bernina Nähmaschinen nähen ein vollautomatisches Knopfloch, nur die Knopflochlänge müsst ihr selbst bestimmen. Das ganze geht so:
Ihr steckt die spezielle mitgelieferte Knopflochschiene an. Die Schiene hat einen eingebauten Sensor, so kann die Maschine die Länge des Knopflochs erkennen.
Bevor ihr das Knopfloch auf euer eigentliches Kleidungsstück näht, näht ein Probeknopfloch auf ein Reststück, nach Möglichkeit aus dem gleichen oder einem ähnlichen Stoff. Hierbei sagt ihr eurer Maschine einmal wie lang das Knopfloch werden soll. Die Länge wird gespeichert und jedes nachfolgende Knopfloch wird automatisch genau so lang. Die Breite und Dichte kann im nach hinein noch geändert werden, die Länge bleibt trotzdem erhalten.
Bernina näht beide Seiten des Knopflochs im Vorwärtsstich. Mechanischen Nähmaschinen nähen eine Seite vorwärts und die andere rückwärts.
Manch elektronischen Nähmaschinen nähen beide Siten rückwärts.
Bernina näht das perfekteste Knopflocher – der Neid ist vorprogrammiert 🙂

Die Knopflochschlittenfüsse, wie sie heute von allen Nähmaschinen verwendet werden, sind generell besser als ein normaler Fuß. Er führt das Knopfloch schön gerade, Probleme kann es bei unebenen oder sehr dicken weichen Stoffen geben. Da transportiert der Knopflochschlittenfuss schlecht bis garnicht.
Aber auch das hat Bernina mit der Transporthilfe für Knopflöcher bestens gelöst. Die Transporthilfekönnt ihr als Sonderzubehör dazu kaufen.
Das Teil besteht aus zwei Metallplatten. Auf die obere Platte wird der Knopflochfuß aufgesteckt, zwischen die Platten wird der Stoff gelegt, die untere Platte wird von der Maschine transportiert. So merkt die Maschine garnicht welche Art von Stoff gerade genäht wird, und der Transport ist immer gleichmäßig.
So sind selbst die schwierigsten Stoffe kein Problem 🙂

vollautomatische Knopflöcher
kann die Bernina 300 bis max 5,5mm Breite die 700 Serie bis max. 9mm Breite. Sehr schmale Knopflöcher können natürlich beiden Maschinen.

Koffer, Tasche, Abdeckhaube
Bernina liefert keine Koffer aus Hartkunststoff.
Stattdessen gibt es Taschen oder Stülphauben. Diese Teile sind sehr stabil, gepolstert, und bieten viele Fächer zum verstauen von Zubehör.

Fazit
Die Nähmaschinen von Bernina sind eindeutig die besten elektronischen Nähmaschinen. Die Stichqualität ist unerreicht. Das liegt an der sehr exakten Konstruktion dieser Maschinen. Die Elektronik ist bis ins letzte Detail durchdacht. Sie bietet einen Komfort, von dem man garnicht wußte wie schön er ist.
Für die anspruchsvolle Hobbynäherin ist die Bernina mit Abstand das Beste was es gibt.

Die Technik unserer zwei Allesnäher von Bernette

Striptease ist angesagt

Haushaltnähmaschinen sind heute auf einem Ständerwerk aus Metall aufgebaut und dann mit Kunststoffschalen verkleidet. Bernette verwendet, Gott sei dank, hochwertigen Kunststoff, bei vielen anderen Modellen ist es leider nicht der Fall – daher lieben wir unseren Superkleber 🙂
Diese Konstruktion hat keine Nachteile gegenüber der alten Bauweise bei denen das Gehäuse tragende Funktion hatte. Mittlerweile gibt es Nähmaschinen die kein Ständerwerk aus Metall haben, sowas geht garnicht, die sind viel zu instabil.
Unser erster Test ist immer, wie einfach lässt sich das Gehäuse entfernen. Bei Bernette geht es ziemlich einfach. Es gibt keine versteckten Schrauben und die Gehäuseschalen sind nichti neinander gerastet (leider gibt es das viel zu oft ein Graus für jeden Mechaniker). Kopfdeckel, Freiarmdeckel, Stichplatte, Front- und Rückschale und tadaaaaa… schon ist die Maschine nackig.

Die Maschine hat ein sehr stabiles Ständerwerk. Die Stärke des Metall  hat eine gute Dicke. Damit die ganze Maschine nicht zu schwer wird, werden Versteifungen eingebaut. Ein stabiler Ständer ist für gute Nähmaschinen äußerst wichtig, weil nur so der Transport und die Nähtechnik exakt arbeiten können. Die Nadel und der Nähfuß sind am oberen Teil befestigt, der Greifer und der Transporteur am unteren Teil. Zwischen diesen oben und unten befestigten Elementen sollte ein möglichst geringer Spielraum sein, auch unter Belastung.
Der Abstand vom Greifer zur Nadel sollte 2 mm nicht überschreiten, wenn die Maschine eine wackelige Konstruktion hat, muss der Abstand vergrößert werden, sonst gibt es einen ständigen Nadelbruch. Das gleiche gilt für den Transport. Wenn der obere Teil der Konstruktion unter Belastung schon 2mm Spielraum zum unteren Teil hat, kann die Maschine nicht mehr gut transportieren.
Genau deshalb ist das Ständerwerk so wichtig.

Hier seht ihr die Vorderansicht des Ständerwerks mit der Armwelle. Heutzutage gibt es teilweise in  Nähmaschinen geteilte Armwellen, die sind dann in der Mitte mit einer Manschette verbunden. Diese Bauweise bringt  aber gerne mal Probleme mit sich. Die Armwelle der Bernette ist deshalb einteilig. Rechts seht ihr den Gurt, der den oberen Teil mit dem unteren verbindet. Bernette hat hier einen grob gezahnten Gurt verbaut, fein gezahnte Gurte springen unter Belastung gerne mal über und schon wäre ein Werkstattbesuch angesagt.

Die manuelle Fadenspannung, muss bei guten Nähmaschinen nur sehr selten verstellt werden, also keine Angst davor.
In der mittleren Preislage gibt es keine gut funktionierende automatische Fadenspannung – egal was behauptet wird.
Für uns, Mechaniker, ist es wichtig, dass es von außen einen Zugang zur Spannung gibt um die Grundeinstellung ggf. verändern zu können.
Berenette hat eine kleine Klappe ins Gehäuse gebaut, sehr löblich – danke 🙂

Der Nadelstangenantrieb ist für die Zick-Zack Bewegung zuständig – aber auch sehr schwer zu erklären.
Die Nadelstange ist ein sehr wichtiges Bauteil. Von ihr ist abhängig, welche Belastung die Nadelstange aushält ohne die Nadel abzubrechen.
Ganz oben rechts sitzt ein kleines Zahnrad vom Schrittmotor, die Bewegung wird von hier aus auf das weiße Segmentrad übertragen, jetzt kommt ein langer Hebel bis zum Drehpunkt und ein kurzer Hebel an dem die Nadelstange hängt. Durch dieses günstig ausgearbeitete Hebelverhältnis, braucht der Schrittmotor wenig Kraft um die Nadelstange seitlich zu bewegen. Jedoch braucht braucht sie umso mehr Kraft um sich nicht zu bewegen. Dicke Stoffe üben eine enorme Kraft auf die Nadelstange aus, wenn die Nadel viel Kraft benötigt um durch einen harten Stoff zu kommen. Dann bricht die Nadelstange gerne mal seitlich aus, wenn der Antrieb nicht gut konsturiert ist und zack – Nadel gebrochen. Bernette zeigt sich auch hier von einer hervorragenden Seite.

Machen wir mit dem unteren Teil weiter

Die wichtigsten Bauteile hier, der Greifer und der Transporteur. Bernette hat hier einen Horizontal-Greifer verbaut. Die Spulenkapsel sind hierbei immer aus Kunststoff. Die Spule wird in die Kapsel eingelegt, es gibt bei dieser Technik keine herausnehmbare Kapsel. Vorne rechts das kleine Teil mit der schwarzen Schraube ist der Mittelteilhalter. Wenn der nicht gut und stabil konstruiert ist, bringt das alles nichts.  Bernette hat den Mittelteilhalter auf einer stabilen Platte befestigt. So hat keine Möglichkeit sich zu verbiegen und die Spulenkapsel kann nicht verrutschen.  Bei vielen anderen Maschinen ist der Mittelteilhalter sehr wackelig konstruiert und schon sind Probleme vorprogrammiert. Bernette hat auch hier wieder Qualität bewiesen, es ist der stabilste Mittelteilhalter den wir bis jetzt, bei einem Horizontal-Greifer, gesehen haben.

Der Greifer hat eine sehr schmale Greiferbahn, so dass die Nadel nicht so leicht darauf stößt.

Hier seht ihr eine stabil gebaute Transportaufhängung. Die Transporteinrichtung muss möglichst genau aber vorallem stabil und robust gebaut sein. Wenn hier ein wenig zuviel Spiel in der Konstruktion steckt, näht die Maschine nicht gut, das merkt ihr vorallem “schwierigen” Stoffen.

Unser Fazit

Die b37 und die b38 unterscheiden sich nur in den Äußerlichkeiten. Die b38 hat gegenüber der b37 mehr Zierstiche, 3 Alphabete und einen super praktischen – einen  eingebauten automatischen Fadenabschneider.
Beide Maschinen haben durch ihre Bauweise überzeugt. Deshalb sind die beiden unsere Favoriten unter 1.000,00€.
Ein Obertransportfuß ist für besonders dicke oder elastische Stoffe unabdingbar. Daher bieten wir diese Maschine mit und ohne diesen Obertransport an, achtet bitte beim Kauf darauf.
Übertroffen wird die Bernette dann erst wieder von Bernina.
Hier bewegen wir uns dann aber wieder in einem Bereich von 1.200,00 € aufwärts.

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produkte_naehmaschinen_schwaba_naehen_schwaaba_shop_produkte_bernette_37_b37

Bernette 37/38

Ein Wandel in der Nähmaschinen Geschichte...

Die Bernette b37 und b38 gefallen mir sehr gut. Sie nähen alle Stoffe überzeugend. Besonders auf dickem Zeug sind sie unschlagbar.
Deshalb ist es jetzt an der Zeit sich die Technik der Maschine genauer anzuschauen, irgendwoher muss es kommen, dass die Maschine so gut näht.

Unser Qualitäts Siegel
Horizontalgreifer
Fadengeber
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Eine neue Aufgabe

Testen · Prüfen · Beurteilen

  • und ich als alter Nähmaschinen-Mechaniker habe mal wieder die Aufgabe einen neuen Nähmaschinen-Typ zu finden, den ich gut finde und somit meinen Kunden empfehlen kann.
    Der Anlass meiner neuesten Suche nach einer guten Nähmaschine ist, dass die Fa. Gritzner zur Zeit nicht liefert. Aktuell betrifft das die mechanischen Nähmaschinen die im Iran produziert wurden. Leider hat sich das Problem weiter ausgedehnt und auch die tiptronic ist am Markt nicht mehr verfügbar. Die Gritzner Nähmaschinen haben viele meiner Erwartungen erfüllt, bis auf die einfache Bedienung….da gibt es heute deutlich besseres. Es waren eben alte robuste Trecker, jetzt suche ich einen modernen Trecker.
  • Nach welchen Kriterien beurteile ich eine Nähmaschine:
    Die Maschine sollte alle Materialien problemlos nähen, von sehr dick bis sehr dünn, elastische Stoffe, aalglatte bis sehr stumpfe Stoffe, Leder, Seide……eben alles. Dazu sollte Sie von dir leicht zu bedienen sein, und für mich sehr wichtig, gut zu reparieren sein. Ich mag keine Maschinen die sich auf der Werkbank schwierig benehmen, sei es dass das Gehäuse erst garnicht unbeschadet abnehmbar ist, oder die Konstruktion so wackelig ist, dass die Mechanik nicht einwandfrei justiert werden kann. Und dann sollte die Maschine noch für um die 500,-€ zu haben sein, über 1000,-€ ist es einfach, da nehme ich einfach eine Bernina und alle sind glücklich.
  • Jetzt bin ich über die Bernette Serie gestolpert, genauer über die Typen Bernette 37 und Bernette 38, die haben dieselbe Konstruktion.

Die Bernette Serie wird von Bernina geliefert, aber nicht von ihnen gebaut, also bitte nicht mit den echten Berninas verwechseln.

Dann nähen wir mal los

Also immer wieder das gleiche Vorgehen, ich starte mein übliches Testprogramm:
Erstmal nähe ich über eine dicke Jeans Kappnaht. Gibt es Probleme beim raufnähen auf die Kappnaht, schafft die Maschine das ohne großartige Hilfe, bleibt die Stichlänge halbwegs konstant? Dann kommt Leder von 1mm bis 6mm Stärke dran, die Maschine muss den Berg raufkommen. Vor-und Rückwärts nähen auf bis zu 8mm dickem Material, beim vor- und zurücknähen auf dicken Sachen brechen mit Abstand die meisten Nadeln. Nähen von elastischen Stoffen, auch wieder beim übernähen von Quernähten wird hier genau hingeguckt. Wie stark wellt die Maschine elastische Stoffe, läßt sie Stiche aus (Fehlstiche)?Wenn eine Maschine diese Herausforderungen für mich zufriedenstellend meistert...und ich bin nicht leicht zufrieden zu stellen, sagt mir das schon viel über die Konstruktionsqualität der Maschine.Und erst dann mache ich mir die Mühe und zerlege die Maschine um das Innere genauer unter die Lupe zu nehmen.

Unser Allesnäher!
Für groß für klein für dick für dünn

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Stichlänge und Stichbreite stufenlos verstellbar
näht super über dicke Kappnähte
Große Anzahl an Stichen

Normale Baumwollstoffe kann jede Maschine. Selbst die billigsten Discounter Maschinen nähen dicken Jeans, solange keine Kappnaht in der Nähe ist. Nur beim übernähen von dicken Hügeln, also beim rauf- und runternähen scheiden sich die Geister.
Also nähe ich als allererstes immer über eine dicke Kappnaht, macht sie schonmal gut. Ich benutze beim testen nie eine spezielle Nadel, sondern eine ganz normale Universalnadel von Schmetz.
Die Maschine näht flüssig ohne dass ich schieben oder ziehen müßte über die dicke Naht.

Jetzt kommt der Härtetest

Vier Lagen Leder, plus 2 Lagen Gurtband und auf der dicksten Stelle noch mehrmals vor und zurückgenäht. Beim vor- und rückwärts nähen auf dicken Stoffen brechen mit Abstand die meisten Nadeln. Mechanische Nähmaschinen können das extrem schlecht. Wenn sie nämlich den Rückwärtshebel betätigen schalten mechanische Nähmaschinen sofort um, wenn dann die Nadel gerade im Stoff ist, ist sie auch schon hinüber. Elektronische Nähmaschinen machen das schon vom Prinzip her besser, weil die Elektronik nur auf rückwärts schaltet wenn die Nadel nicht im Stoff steckt, egal wann Sie auf den Knopf drücken. Aber Vorsicht….deshalb näht noch lange nicht jede elektronische gut dickes Zeug. Die Bernette b37/b38 machen das vorzüglich, das hätte ich ihr erstmal nicht zugetraut. und jetzt noch eins drauf und das Gurtband oben und unten doppelt gelegt. Für solche extremen Sachen nehme ich den Obertransportfuß. Da Leder ein sehr stumpfes Material ist transportiert die Maschine mit diesem Fuß wesentlich besser.

Leder 4 Fach + 2 Lagen Gurtband
sogar Rückwärts kein Problem
Die Schieblere beweist, 8 mm sind kein Problem

Beim nähen von elastischen Stoffen bekommt die Maschine ein befriedigend von mir…..vollkommen in Ordnung. Mir ist keine Maschine unter 1000,- bekannt, die das besser hinbekäme. Über 1000,- gibt es die echten Berninas, die bekommen auf elastischen Stoffen ein “gut”verpaßt. Allerdings kommt keine Nähmaschine bei solchen Sachen an die Nähqualität einer Overlock ran. Aber eine Ovi ist natürlich auf sowas spezialisiert, die kann ja auch nicht viel anderes.

Knopflöcher werden sehr schön und einfach genäht.
Sie legen den Knopf hinten in den Knopflochfuß und die Maschine näht selbstständig in einem Arbeitsgang das Knopfloch fertig. Das ist extrem komfortabel und leicht. Die Maschine näht beide Seiten des Knopfloches im Vorwärtsgang, so sehen beiden Knopflochraupen gleichmäßig aus. Bei mechanischen Maschinen ist das Knopfloch die Königsdiziplin, Sie müssen es sehr gut können um akzeptabele Knopflöcher hinzubekommen. Zudem nähen mechanische Maschinen meist eine Seite vorwärts und die andere rückwärts, das sieht nicht gut aus. Für Näherinnen mit hohem Pingelfaktor” nicht zu empfehlen.

Die Maschine bietet natürlich auch eine Nadelpositionierung. Bei ihr können Sie sogar schon über eine Taste vorwählen ob die Nadel unten oder oben stehenbleiben soll. Das schöne bei der Bernette, sobald Sie auf die Taste “Nadel oben/unten” drücken, läuft die Nadel sofort dort hin. Bei anderen Maschinen die ich kenne, muß dann immer erst noch der Anlasser kurz gedrückt werden, damit die Nadel auch in die gewünschte Position läuft.

Nicht-elastische Stoffe werden alle sehr gut genäht. Egal ob dick oder dünn. Die Maschine näht alle Stiche bis zu einer Breite von 7mm. In dieser Breite sehen Zierstiche sehr schön aus.
Falls Sie einen Zierstich auf elastischem Stoff nähen möchten, müssen Sie den fürs nähen vorbereiten. Keine Nähmaschine näht einen Zierstich auf unvorbereitetem elastischem Stoff. Der Stoff muss in dem Fall “unelastisch” gemacht werden, ich klebe einen Streifen Solufix von Freudenberg unter den Stoff. Der Stoff ist jetzt nicht mehr elastisch, Sie können gut einen Zierstich oder eine Appliziernaht darauf nähen, dann wird der Stoff gewaschen und das Solufix ist rückstandlos verschwunden, absolut genial was es heutzutage an Hilfsmittel gibt.

Die Bernette b37 und b38 gefallen mir sehr gut. Sie nähen alle Stoffe überzeugend. Besonders auf dickem Zeug sind sie unschlagbar.
Deshalb ist es jetzt an der Zeit sich die Technik der Maschine genauer anzuschauen, irgendwoher muss es kommen, dass die Maschine so gut näht.

Die Aufreger in unserer Werkstatt

ärgerlich und unnötig...

...eine Nähmaschine ist ein ziemlich pingeliger Zeitgenosse.
Wenn ihr ihnen mit einem schlechten und billigen Garn kommt, gibt es Fadenreißen und ein schlechtes Stichbild.
Schaut euch einen Nähfaden mal genau an. Er muss gleichmäßig dick sein, sodass die Fadenspannung der Maschine gut arbeiten kann.
Oben seht ihr einen qualitativ hochwertigen Nähfaden zu sehen und unten das Gegenteil.

verklemmter doppeltet-umlaufender-Greifer

Obwohl der doppelt umlaufende Greifer die robusteste Nähtechnik ist, kann es passieren, dass er durch einen Faden vollkommen blockiert wird.
Dies Blockade ist sehr einfach zu beheben, wenn ihr es richtig macht.
Anschließend den Greifer mit einem Nähmaschinenöl ölt, damit das Mittelteil des Greifers schön leicht und leise läuft.